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michaelas_weisheiten

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michaelas_weisheiten [18.12.2025 20:06] rogermichaelas_weisheiten [26.03.2026 17:31] (aktuell) roger
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-Fortsetzung folgt.....+ 
 +=====zur Erholung des Immunsystems nach der Immun-Chemo===== 
 + 
 + 
 +**Petra Kühn** 
 + 
 +Ich habe eine Frage zur *Erholung des Immunsystems nach der Immun-Chemo* (R-Benda). Meine letzte war im September. Jetzt hatte ich mehrere Male kurze Fieberattacken und seid mehr als zwei Wochen eine heftige Erkältung/grippalen Infekt. Meine Ärztin möchte dir Wiedereingliederung abbrechen und Ende Februar erneut starten (Infektwelle noch abwarten, ich arbeite in einer Schule). Wird lange hat es bei euch gedauert, bis sich euer Immunsystem wieder erholt hat?  
 +Welche Werte sollte ich vom Onkologen prüfen lassen? 
 + 
 +**Antwort Michaela** 
 + 
 +Wiederholung: Immunsystem funktioniert zufriedenstellend, wenn Neutrophile Granulozyten über 1000, CD4 über 200, CD19 im unteren Normbereich. Bei jedem individuell unterschiedlich (Zeit). 
 + 
 +**Katrin R** 
 + 
 +Liebe Michaela,  
 +Dazu habe ich noch zwei Nachfragen. 
 + 
 +Die von Dir genannten Laborparameter und Werte beziehen sich ja auf die Situation nach der Behandlung mit einer Immun- Chemotherapie. 
 +Würde man bei einer Behandlung mit Rituximab/Ibrutinib oder Rituximab- Monotherapie andere Parameter heranziehen, z. B. den IgG Wert ?  Bei mir wird CD 19 ( und auch CD 4)  gar nicht erfasst. Der Wert für die Granulozyten wird lediglich als Gesamtwert erfasst und nicht in basiphile, eosiphile und neutrophile Granulozyten aufgeteilt. 
 + 
 +Ich hatte angenommen, dass der IgG Wert in Bezug auf die Beurteilung einer Infektanfälligkeit ( z.B. für Atemwegserkrankungen) für uns alle besonders relevant ist. Siehst du das anders?  
 +LG Katrin 
 + 
 +**Antwort Michaela** 
 + 
 +Rituximab unterdrückt das Immunsystem heftig. Mit Bendamustin zusammen noch mehr.  
 +Ibrutinib geht -meines Wissens- ETWAS schonender mit dem Immunsystem um. Da muss ich mich aber selber noch etwas schlauer machen. 
 +CD 19 sind B-Lymphozyten, die gerade nach R-Benda auch mal nicht mehr nachweisbar sein können. CD 19 habe ich nach der Chemo im 6 monatigem Abstand und nur auf Bitte bekommen. Ich habe mich dann am CD4 orientiert. V.a. wegen der  Aciclovir und Cotrim-Prophylaxe. 
 +Die gesamte Immunglobulinsynthese wird über Monate nachhaltig reduziert. Auch bei Ibrutinib. Ein IgG knapp unter der unteren Norm sollte ausreichen. Man kann IgG auch von außen zuführen. Das sind Antikörper von mindestens.1000 oder auch viel mehr Spendern. 
 +Wenn die Neutros (neutrophilen Granulozyten) nicht explizit ausgewiesen sind, kann man sie in etwa berechnen. Meistens spielen sie aber nur im "Zelltief " der Chemo eine Rolle. Oder man nimmt einfach Neutros=Granulozyten, denn eosinophile und basophile zusammen sind deutlich unter 10% der Granulozyten 
 + 
 +---- 
 + 
 +=====Zur Ernährung===== 
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 +Also...ich wiederhole für unsere Neuen... 
 +Die extreme Restriktion auf "keimarme Nahrung" gilt nur für die Stammzelltransplantation. 
 +Bei Chemo und Waldi sind Empfehlungen mit Augenmaß deutlich lockerer...etwa so wie in der Schwangerschaft... 
 + 
 +Keine Rohmilch oder Rohmilchkäse -pasteurisiert ist o k. 
 +Kein rohes oder halbrohes Fleisch/ Fisch 
 +Bei Rohwurst (Salami und Co) und rohem Schinken streiten sich die Gelehrten. 
 +Obst/Gemüse gut waschen. Roh essen ohne Probleme möglich. 
 +Händehygiene! Nach dem Einkaufen, Tierkontakt, usw Händedesinfektion. 
 +Kontakt mit offensichtlich Kranken (Infekt) vermeiden. 
 +Viele Menschen in geschlossenen Räumen: FFP2 Maske  
 +Blumen sind ok 
 +Umtopfen mit Nitril-/Latex-Handschuhen und FFP2 Maske. Hinterher Händewaschen UND desinfizieren. 
 +Cotrim plus Aciclovir bis CD4-Zellen>200 Das ist häufig mehr als 6 Monate nach Ende der Therapie. 
 +Habe ich was vergessen? 
 + 
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 +---- 
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 +=====Komplettremission===== 
 + 
 +Große Anteile des Tumors werden zerstört. Eine klassische Chemo kann aber nur sich teilende Zellen zerstören. Da der Waldi sich langsam teilt, bleibt da die eine oder andere Zelle übrig, die dann später wieder symptomatisch wird, wenn sie sich oft genug geteilt hat. 
 +Rituximab wirkt auf den Stoffwechsel der B-Zellen, kann aber auch nicht alle zum Untergang zwingen. So bleibt immer ein Rest, der dann wieder aktiv wird. 
 + 
 +Die Zeit bis zur "Reaktivierung" ist sehr individuell.  
 +Meine Chemo mit R-Benda war vor 5 Jahren seitdem bin ich in Komplettremission ohne Nachweis einer Monoklonalen Gammopathie in der Immunfixation und einem IgM von immer um die 30mg/dl. So als wäre nie etwas gewesen. 
 +Ich arbeite Vollzeit mit zusätzlichen 24h Bereitschaftsdiensten in meinem Beruf. Und ja, ein wenig bin ich kürzergetreten: Das Notarztwagen-Fahren überlasse ich jetzt jüngeren. 
 +Also halt die Öhrchen steif... 
 + 
 + 
 +**Frage: Ist eine Komplettremission eine Heilung?** 
 + 
 +**Antwort:**   
 +Nein Heilung ist das wohl nicht. Wenn man recherchiert hören die Nachbeobachtungen nach R-Benda beim Waldi nach 8 Jahren auf. Was mit denen, die da noch in Komplettremission sind, später passiert, ist nicht bekannt. 
 + 
 +Die Kriterien für eine Komplettremission sind IgM im Normbereich, keine Lymphknoten- oder Leber- oder Milzbefall mehr und negative KMP. Viel sensitive als die KMP ist die Immunfixation der Immunglobuline (Laboruntersuchung aus Blut). Ist letztere negativ hat man indirekt keine nachweisbaren Waldi-Zellen mehr. Eine Schwalbe macht halt keinen Sommer...aber, wenn die wieder Eier legt...🤣 
 + 
 +**Frage:** Ist dann eine KMP (Knochenmarkpunktion) nach einer Immunchemo (nach einigen Monaten) nicht unbedingt nötig?   Der Onkologe hat mir dazu geraten um den Therapieverlauf abschätzen zu können. Ich bin nicht unbedingt dafür... 
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 +**Antwort:** 
 +Ich habe sie nicht machen lassen. Es gibt keinen triftigen Grund. Eine erneute Behandlungsbedürftigkeit ergibt sich aus IgM und Beschwerden. 
 +Grundsatz in der Medizin: Keine Diagnostik ohne Therapie. Selbst Buske fand die KMP am Ende der Therapie unnötig, es sei denn man ist Studienteilnehmer. 
 +Habe vor ein paar Tagen noch mit einem Onkologen unseres riesigen Lymphom-Zentrums gesprochen. Der bestätigte mir: keine KMP! 
 +Die Immunfixation 3-4 Monate nach Ende der Therapie ist für den Verlauf aussagekräftiger. 
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 +=====Chemo-Übelkeit===== 
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 +Michaela: 
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 +MCP bringt rein gar nichts bei Chemo-Übelkeit! Das muss ein ausgewachsenes " Intelligenz-Bienchen" von Arzt sein, der das zu diesem Zweck verschreibt... 
 +Ondansetron oder Granistron sind super. Wer es  mag kann Dimenhydrinat =Vomex ausprobieren. Macht aber müde und wirkt nicht so gut. Für die "Alternativen" unter uns: Nux vomica ( Michaela spricht hier von der Brechnuss, ein homöopathisches Mittel). 
 + 
 +{{ :uebelkeit.jpeg?400 |}}  
 +Akupressur. Am besten mit Fingernagel längs zur Sehne. 
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 +Nachfrage Petra:   
 +Das MCP hatte ich im Krankenhaus für die erste Gabe R-Benda bekommen. Der Onkologe hat dann das andere zusätzlich verschrieben, also falls doch noch Übelkeit auftritt. 
 +Für was wird denn dann MCP gegeben? 
 + 
 +Michaela: 
 +...Um die Magenentleerung anzuregen, z.B. nach Bauchoperationen oder auf der Intensivstation. 
 +...und man kann es bei Migräne nehmen. 15 min vor Einnahme eines Schmerzmittels wie Ibu. Bei Migräne ist auch die Magen-Darm-Passage gestört. Da lutscht man am besten 10mg MCP. Wird hervorragend durch die Mundschleimhaut aufgenommen. 
 + 
 +Nachtrag...Chemo-Übelkeit wird im Gehirn ausgelöst. Dann muss ich auch ein Medikament geben, das dort angreift/blockiert. 
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 +**Fortsetzung folgt.....**
  
michaelas_weisheiten.1766084780.txt.gz · Zuletzt geändert: von roger