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laborwerte

Hier ist ein speziell auf einen typischen Laborbefund ausgerichtetes medizinisches Wörterbuch. Es erklärt Schritt für Schritt die wichtigsten Werte, Einheiten und Fachbegriffe, die du auf deinem Befundblatt findest.


📑 Allgemeine Begriffe auf dem Befundblatt

  • Referenzbereich / Normwert: Der gesunde Vergleichsbereich. Werte innerhalb dieser Grenzen gelten als normal.
  • Abweichung: Ein Wert, der über oder unter dem normalen Bereich liegt (oft mit + / - oder H / L für High/Low markiert).
  • Serum: Der flüssige Teil des Blutes nach der Gerinnung, in dem Eiweiße und Salze gemessen werden.
  • Vollblut: Unverändertes Blut, das für das Zählen der Blutzellen (Blutbild) genutzt wird.

🩸 Das Blutbild (Zellen im Blut)

  • Leukozyten (WBC): Weiße Blutkörperchen. Sie sind für die Immunabwehr zuständig. Bei Lymphomen können sie erhöht oder durch Platzmangel im Knochenmark erniedrigt sein.
  • Erythrozyten (RBC): Rote Blutkörperchen. Sie transportieren den Sauerstoff im Körper.
  • Hämoglobin (Hb): Der rote Blutfarbstoff. Ein zu niedriger Wert zeigt eine Anämie (Blutarmut) an, was zu Müdigkeit führt.
  • Hämatokrit (Hkt): Der Anteil der festen Blutzellen im gesamten Blutvolumen. Er zeigt, wie „dick“ oder „dünn“ das Blut fließt.
  • Thrombozyten (PLT): Blutplättchen. Sie sind für die Blutgerinnung wichtig. Zu wenige Plättchen führen zu schnelleren blauen Flecken oder Nasenbluten.
  • Differenzialblutbild: Eine genaue Aufteilung der weißen Blutkörperchen in ihre Unterarten (wie Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten).

🧬 Eiweiße & Spezifische Waldenström-Marker

  • Gesamteiweiß (Total Protein): Die Summe aller Proteine im Blutserum. Bei Morbus Waldenström ist dieser Wert durch das viele IgM oft stark erhöht.
  • Immunglobulin M (IgM): Der entscheidende Antikörper-Wert bei dieser Erkrankung. Er wird in Gramm pro Liter (g/l) oder Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gemessen und dient der Verlaufskontrolle.
  • IgG und IgA: Andere gesunde Antikörperklassen. Sie sind bei Waldenström-Patienten oft erniedrigt, was die Infektanfälligkeit erhöht.
  • Serum-Elektrophorese: Eine Grafik, die Eiweiße nach Größe sortiert.
  • M-Gradient / M-Peak: Die sichtbare „Spitze“ in der Elektrophorese, die das krankhafte Waldenström-Eiweiß darstellt.
  • Kryoglobuline: Eiweiße, die im Labor bei Kälte (unter 37 °C) ausflocken. Der Test wird meist als „positiv“ oder „negativ“ ausgewiesen.
  • Beta-2-Mikroglobulin (β₂-MG): Ein Eiweißbaustein, der bei hoher Tumoraktivität ansteigt. Er hilft den Ärzten, die Schwere der Erkrankung einzuschätzen (Prognosemarker).

🧪 Organwerte & Wichtige Zusatzwerte

  • Kreatinin / Harnstoff: Laborwerte, die zeigen, wie gut die Nieren arbeiten. Ein sehr hohes IgM-Eiweiß kann die Nieren belasten.
  • GFR (Glomeruläre Filtrationsrate): Der wichtigste berechnete Wert für die Nierenfunktion. Je höher, desto besser reinigen die Nieren.
  • LDH (Laktatdehydrogenase): Ein Enzym, das bei vermehrtem Zellzerfall oder Zellwachstum im Körper ansteigt. Es zeigt an, wie aktiv das Lymphom ist.
  • C-reaktives Protein (CRP): Ein Entzündungsmarker. Er hilft dem Arzt zu unterscheiden, ob Beschwerden von der Krebserkrankung oder von einem Infekt kommen.
  • Ferritin / Transferrin: Werte für den Eisenstoffwechsel. Sie helfen zu klären, ob eine Blutarmut durch das Lymphom oder durch Eisenmangel verursacht wird.

📏 Häufige Maßeinheiten kurz erklärt

g/l oder g/dl: Gramm pro Liter / Gramm pro Deziliter (oft bei Eiweiß und Hämoglobin).

mg/dl: Milligramm pro Deziliter (oft bei Kreatinin oder CRP).

/µl oder /nl: Anzahl der Zellen pro Mikroliter oder Nanoliter Blut (bei Blutbildern).

% (Prozent): Anteil eines Wertes am Ganzen (z.B. bei der Aufteilung der weißen Blutkörperchen).


laborwerte.txt · Zuletzt geändert: von roger